Sängerbund-Germania
1881 Griesheim e.V.

Die 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft - Rückblick, Gegenwart und Ausblick

Grundsatz

Zuerst einmal die Feststellung, dass es insgesamt schwer ist einen Karnevalsverein zu beschreiben. Gerade und auch dann, wenn seine Arbeit so vielseitig angelegt ist, wie die der 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft.
Es soll ja Zeitgenossen geben, die Fastnacht oder Karneval spöttisch als Ausdruck sessionaler, aufgesetzter Heiterkeit bezeichnen.
Das wir einen solchen Blödsinn nicht unterschreiben versteht sich eigentlich von selbst, denn Zeitgenossen mit dieser Meinung gehen sowieso in der Regel in den Keller um zu lachen.
Unser Vereinziel verstehen wir dahingehend, dass wir mit unseren künstlerischen Mitteln, die sich durchaus mehr sehen und hören lassen können, bei vollem ehrenamtlichem Engagement, so professionell wie irgend möglich unserem Publikum in der Fastnacht ein paar schöne Stunden bereiten.
Solch ein Ziel und dessen Umsetzung ist nach unsere Meinung durch kaum ein anderes Ziel zu ersetzen!

Rückblick

Der GV Sängerbund-Germania 1881 Griesheim e. V. ist unser Mutterverein und damit Träger der Fastnacht in der 1. G.C.G.! Leider sind die Vereinsunterlagen im verheerenden Bombenhagel auf unsere schöne Heimatgemeinde im August 1944 zur Gänze verbrannt, so dass wir heute ausschließlich auf die Erzählungen unserer Altfastnachter angewiesen sind. Fastnacht gefeiert wurde wohl innerhalb des Gesangvereins von Anbeginn an. Nach dem Zusammenschluss der beiden ehemals selbstständigen Vereine Sängerbund und Germania zum Sängerbund-Germania im Jahr 1933, man konnte damit der Gleichschaltung durch die Nazis entgehen und als Verein existent bleiben, hat man im Oktober 1933 die 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft, als Fastnachtsabteilung innerhalb dieses neuen Gesangvereins gegründet. Bis zum Ausbruch des Krieges und auch dann noch waren die „Germania-Bälle“ wie man die Fastnacht bei der 1. G.C.G. noch bis in die 70-er Jahre des vergangen Jahrhunderts nannte, ein absolutes Muss auf dem Terminplan breiter Bevölkerungsschichten unserer Stadt.
Man hat in den Zurückliegenden Jahrzehnten als Verein Hochs, aber auch Tiefs erlebt und gemeinsam durchgestanden. Der Verein hat Größen auf der Bühne hervorgebracht, die wohl unvergessen bleiben werden. An dieser Stelle kann man nur einige Namen nennen, die in Griesheim auch heute noch für Qualität in der Bütt oder als Sängerin bzw. Sänger haben. Wilhelm Nothnagel (Kusums Wilhelm) gilt als der Vater der heutigen 1. G.C.G., Heinrich Merker (Merker Heuni) waren über Jahre wie Gerhard Münch (de Stobbe) die größten Büttenasse des Vereins und gelten heute noch als absoluter Maßstab in Griesheim.
Giesela Münch (Münche Gies) brilliert als Sängerin und zog alleine gemeinsam mit Georg Funk (Knoxe Schorsch) ganze Säle in ihren Bann und wird damit unvergessen bleiben.
Kurt Göbel (Gewels Kurt) war in den Nachkriegsjahren der Stimmungssänger auf der Bühne der 1. G.C.G. und wurde später von Hannelore Gerhard (der singenden Wirtin) in brillanter Weise abgelöst. Sie hat mit ihren eigenen getexteten Liedern Menschen verzaubert, Stimmung erzeugt und mit dem „Griesemer Kartoffelsalat“ sogar eine kleine Griesheimer Nationalhymne geschaffen, die heute noch oft und gerne gesungen wird.
Es kann in der recht langen Geschichte der 1. G.C.G. hier nur ein Abriss sein, der wiedergegeben werden kann. Wie viel unglaublich intensive Arbeit darin steckte und noch steckt ist oft nur schwer zu beurteilen, denn wenn diese Laienkünstler die Bühne betreten ist davon nichts mehr zu spüren.

Gegenwart

Heute umfasst die 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft im Sängerbund –Germania mehr als 100 aktive vor, auf und hinter der Bühne. Mit dem erzwungenen Umzug unserer Veranstaltungen in die Wagenhalle (der Saal unseres angestammten Vereinslokals musste Grundsaniert werden) hatte der Verein aufgrund völlig neuer räumlicher Gegebenheiten die Möglichkeit das Konzept seiner Fastnacht zu ändern.
Man hat sich auf ein Experiment eingelassen, weil seit einiger Zeit erkennbar war, dass das Publikum die reine Sitzungsfastnacht so nicht mehr akzeptierte. Unter dem Motte „wir feiern Fastnacht interaktiv“ hat man den Sitzungsablauf gelockert und ist weg gekommen von reinen stundenlangen konsumieren hin zum gemeinsamen feiern. Die Steifheit, die solchen Fastnachtsbällen zum Teil anhaftete wurde auch restlos getilgt. Es war anfangs nicht klar, wie unser Publikum dies aufnimmt. Inzwischen wissen wir, dass dieser Weg der richtige war. Der Zuspruch zu den Veranstaltungen der 1. G.C.G. ist wieder enorm und wir konnten damit auch ein völlig neues und junges Publikum begeistern.
Gesang und Tanz waren immer die tragenden Säulen der GCG-Fastnacht. Es war bei der 1. G.C.G. immer mehr Show, als reine Fastnachtssitzung. Lichteffekte, aufwendige Bühnengestaltung, professionelle Tonübertragung, Bühnenfeuerwerk und vieles mehr hatten und haben die Aktiven unseres Vereins im Petto.
Seit Jahrzehnten gehört eine Gesangsgruppe zu den Spitzenkräften auf der Bühne der G.C.G. Unter der jahrelangen Leitung von Dieter Hamisch hat sich die Gruppe der „Bestinos“ in die Gruppe „Best Life“ gewandelt. Nicht nur in der Griesheimer Fastnacht spielt diese Gesangsgruppe eine wesentliche Rolle. Ihre künstlerische Qualität kann durchaus mehr als gehoben bezeichnet werden. Inzwischen wurde zur Nachwuchsförderung durch Dieter Hamisch und Gabi Landau eine junge Gesangsgruppe mit dem Namen „Best Life – Young Generation“ gebildet, die im vergangenen Jahr den ersten Auftritt mit Bravour erledigte.
Vor 11 Jahren haben sich einige Sänger zusammengefunden, die man gerne etwas scherzhaft die „Boygroup“ der G.C.G. nennt. Die „GCG – Schlawiner“ sind heute als Stimmungsmotor des Gesangs nicht mehr von der Bühne zu denken.
Mit drei Tanzgarden, den „Little Steps“ (Kinder), den „Hot Flames“ (Jugendliche) unter Regina Tobisch, Doris Barth, Katja Höhl, Julia Frank und Natascha Spieß und den „GCG – Diamonds“ (Erwachsene) unter Brigitte Patrzalek, hat die 1. G.C.G. eine reiches Potential nicht nur an den schönsten Mädchen Griesheims, sonder auch mit das Beste an tänzerischer Fähigkeit. Bewundernswert sind dabei besonders die Trainerinnenteams, die jedes Jahr unglaubliche Showtanzeinlagen und Gardetänze auf die Bühne zaubern.
Es gehört zu den Grundsätzen innerhalb des Sängerbundes-Germania und der 1. G.C.G., wenn man sagt:
„singen ist Balsam für die Seele und tanzen ist träumen mit den Füßen“!
Das gilt in besonderer weise gerade auch für Kinder und ihre Entwicklung.
Auch im Bereich der Büttenredner ist man ständig auf der Suche und der Förderung des Nachwuchses. Neben den angestammten Assen in der Bütt, wie Walter Matthäus (Protokoller), Herbert Müller, Günther Jacob, Kai-Uwe Müller, konnte man vor einiger Zeit Thorsten Wicht gewinnen, der sich immer mehr zum unverzichtbaren Büttenass mausert. Diese Form der Nachwuchssuche und Förderung betreibt man nach wie vor intensiv und mit Roland Winter, einem Büttenass aus Baden, konnte man einen berufenen Lehrer für die Nachwuchsschulung finden. Aus diesem Kreis sind die beiden 16-jährigen Alexander Merker und Patrick Kahl hervorgegangen. Diese beiden hatten 2008 ihren grandiosen Start auf der GCG-Bühne. In dieser Nachwuchsarbeit liegt genau die Zukunftsfähigkeit eines Vereins.
Das wichtigste aber, an der Arbeit der 1. G.C.G, für andere ist die Feststellung, dass man den Ehrgeiz besitzt alles aus eigener Kraft zu gestalten und das hat man bis heute durchgehalten. 5 Stunden kurzweiliges und für unsere Gäste mehr als unterhaltsames Programm auf eine Bühne zu zaubern ist nicht leicht, aber eine tolle Sache. Das wird jeder Aktive, ob vor, auf, oder hinter der Bühne bestätigen. Dazu gehört aber auch die Erkenntnis, dass Erfolg nur ein Gemeinschaftswerk sein kann und ist.

Ausblick

Bereits vor Jahren ist die 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft in der Vereinsführung neue Wege gegangen. Mit regelmäßigen gemeinsamen Klausurtagungen des Vorstandes mit den Übungsleitern vertieft man Erfahrungen und schreibt man diese Entwicklung fort. Es gibt in der G.C.G. keinen Vorstand der alles bestimmt. Wir arbeiten in eigenverantwortliche Teams und der Vorstand hat lediglich die Aufgabe zu koordinieren und bei Reibungsverluste einzugreifen.
Diese Vorgehensweise hat sich bewährt und wir auch von den Verantwortlichen nicht nur gelebt, sondern ständig fortgeschrieben und neuen Gegebenheiten angepasst. Natürlich gibt es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten, denn alle die mitarbeiten sind Menschen mit ganz eigenen Vorstellungen, aber genau das ist es ja, was den Reiz dieser Aufgaben ausmacht.
Man versucht auch ständig durch entsprechende Angebote die Geselligkeit innerhalb des Vereins durch entsprechende Maßnahmen zu erweitern und damit den Zusammenhalt zu fördern, denn ein fröhliches Miteinander bezieht sich für die GCG-Fastnachter nicht nur auf die Kampagne.
Die Zukunftssicherheit durch Anpassung an neu moderne Gestaltungsformen der Sitzungsfastnacht und die weitere Entwicklung des Miteinanders innerhalb des Vereins sind Aufgaben, die es in den nächsten Jahren immer wieder und permanent zu meistern gilt. Hier kann sich jede Frau und jeder Mann, jeder Bub und jedes Mädchen einbringen und ist zu jeder Zeit herzlich willkommen.
Unsere Tür ist immer offen. Eintreten müssen Sie allerdings selbst. Also nehmen Sie bei Interesse doch einfach einmal unverbindlich Kontakt auf. Wir freuen uns auf Sie!

 
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