Im GV Sängerbund-Germania 1881 Griesheim e.V. wurde von Anfang an Fastnacht gefeiert, aber erst im Jahr 1934 wurde die Fastnacht zu einem eigenständigen Teil der Vereinsarbeit. Mit dem Zusammenschluss der beider Vereine Sängerbund und Germania zum Sängerbund-Germania war es dann so weit. Man hielt damals noch nicht viel von schriftlichen Aufzeichnungen und das Wenige, das vorhanden war, ist den Bomben des 2. Weltkriegs auf unsere Heimatstadt zum Opfer gefallen.
Dennoch soll hier versucht werden einen kleinen historischen Abriss zu liefern. Eines ist und bleibt bis heute allerdings sicher. Die 1. G.C.G. und ihre Verantwortlichen haben stets einen ausgeprägten Sinn für das Extravagante entwickelt. Das Festhalten an überkommenen Formen der Fastnacht war nie die Stärke des Vereins, sondern viel mehr das Experiment mit überraschenden Ideen und neuen Wegen. Die Gründung der 1. G.C.G. im Sängerbund – Germania ging einher mit der Fusion der beiden Gesangvereine im Frühjahr des gleichen Jahres.
Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges schrieb die 1. G.C.G. bereits Fastnachtsgeschichte in Griesheim. Immer wieder traf sie mit aktuellen Themen den Nerv der Bevölkerung auch wenn man letztendlich der Gleichschaltung in Betrieb der KDF (Kraft durch Freude) nicht entgehen konnte. Der Krieg machte dem allen ein Ende. Die Narrenkappe musste dem Stahlhelm weichen und viele, allzu viele, kamen aus diesem unseligen Krieg nicht mehr zurück.
Die zurück kamen fanden ihre Heimatgemeinde in Trümmern vor, so auch das Vereinslokal „Zum grünen Laub“. Aber bereits 1948 regten sich wieder die ersten Initiatoren und man veranstaltete den ersten bunten Abend im Saal des Bürgerhofes (Bachese Betty).
Im Jahr 1949 stieg dann schon wieder der erste große Sängerball. Da das Vereinslokal noch immer in Trümmern lag wich man ins benachbarte Wolfskehlen in einen größeren Saal (beim Dietze Oskar) aus und feierte unter dem Motto „es wird iwerbrickt“ wieder ganz groß. Viele Anekdoten ranken sich bis heute um diese ersten Nachkriegsveranstaltungen, die es Wert wären einmal gesondert erzählt zu werden.
Die Karnevalseröffnung am 11. 11. 1949 konnte dann, dank der Initiative des damaligen Vereinswirtes, Peter Gerhard, wieder am angestammten Platz im „grünen Laub“ stattfinden. Dort war und ist die Heimat des Vereins und Griesheims „gute Stube“ bis heute, auch wenn man inzwischen mit den Fastnachtsveranstaltungen seit 2001in die Wagenhalle ausgewichen ist. Dies hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen musste der im Jahr 1949 gebaute Festsaal „Zum grünen Laub“ grundsaniert werden und war daher mehr als ein Jahr nicht benutzbar und zum anderen bot und bietet die Wagenhalle andere und neue Möglichkeiten der Sitzungs-fastnacht und kam daher den Intentionen der Verantwortlichen sehr entgegen. Man machte sich bereits seit geraumer Zeit intensiv Gedanken über die Zukunft der Sitzungsfastnacht und suchte neue Konzepte.
In der 1. G.C.G. wird Fastnacht nicht nur zelebriert und konsumiert, sondern gefeiert.
Fastnacht wurde im Sängerbund-Germania von Anfang an gefeiert. Mann/Frau ging zum „Germania-Ball“. Diese Tradition setzte sich auch nach dem 2. Weltkrieg nahtlos fort. Der Name 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft setzte sich allerdings erst nach und nach durch.
Im Jahr 1960 kam es auf Initiative von Wilhelm Nothnagel (Kunsums Wilhelm) zur Gründung der Schlott-Garde den heutigen GCG-Diamonds (das schönste, was Griesheim zu bieten hat).
Im gleichen Jahr gründete sich aus dem ehemaligen Sextett der Germania die Gesangsgruppe „Bestinos“ deren Name sich vom Leiter der Gruppe, Willi Best, ableitete. Diese Gesangsgruppe war immer fester Bestandteil und eine tragende Säule der GCG-Fastnacht und dies ist bis heute geblieben, auch wenn man sich seit 2005 in „Best.Life“ umbenannt hat. Noch heute sorgt diese Truppe, als Gruppe, im Duett oder als Solisten für gesangliche Höhepunkte im Programm der 1. G.C.G. Seit der Kampagne 2006/2007 hat sich auf Initiative der Gruppe und unter Leitung von Dieter Hamisch und Gabi Landau ein junges Quartett unter dem Namen Best.Life – Young - Generation gegründet, das bereits bei den ersten Auftritten Furore machte.
Die Position der Stimmungssänger waren in früheren Jahren immer durch, zum Teil, unvergessene Solisten, wie Kurt Göbel, Hannelore Gerhard, Georg Fiedler und Günther Jacob, als Griesemer Herzbuben, besetzt.
Im Jahre 1996 gründete sich eine neue Gesangsgruppe, die unter dem Namen „Die GCG-Schlawiner“ den fastnachtlichen Aspekt in den Gesang der G.C.G. verstärkt eingebracht haben. Als Vorbilder und Ideengeber der Schlawiner fungieren dabei die Großen des Kölner Karnevals und deren Stimmungshits.
1991 Gründung der Kindergarde in der 1. G.C.G., die ihren ersten Auftritt in der Kampagne 1992 hatte. Inzwischen wird in zwei Altersgruppen gearbeitet:
Ein richtiges Männerballett war immer der Wunsch der GCG-Aktiven. So hat man sich in Regel immer aus dem bestehenden Komitee zusammengetan und lustige Tänze einstudiert. Seit einigen Jahren nun, ist dies an eine Truppe übertragen worden, die immer mehr zum festen Bestandteil der GCG gehört. Ehemalige Kerweborsch vom Zöllerhannes, die früher die Vereinsfarben grün/weiß des Sängerbund-Germania zur Griesemer Kerb repräsentierten, haben als „Crazy Dancers“ nun diesen Part übernommen. Jahr für Jahr sind diese Burschen in der Lage ihre Leistung auf der Bühne für das Publikum zu steigern