Helmut Höhl – 60 Jahre aktiver Sänger
Name: Höhl
Vorname: Helmut
Aktiv im Verein: 60 Jahre
Wie bin ich zum Verein gekommen:
In unserer Familie war der Vater bereits aktiv im Sängerbund.-Germania, so dass mein Weg in den Verein eigentlich auch vorgezeichnet war. Zum Gesang kamen wir allerdings schon in der Kinderschule (Kindergarten), denn dort wurde damals noch viel gesungen. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden die Singstunden eingestellt. Es war uns nicht nach Singen zumute und immer mehr Sänger wurden an die verschiedensten Fronten dieses unseligen Krieges beordert, von wo auch viele nicht zurückkehrten.In der ersten Novemberwoche 1946 wurde der Singstundenbetrieb unter Chorleiter W. Etzold wieder aufgenommen und ich war gleich dabei. Gesungen wurde damals im Riedhof, weil unser Vereinslokal, „Zöllerhannes“, nach der Bombennacht auf Griesheim im August 1944 noch in Schutt und Asche lag.
Was hat mich über all die Jahre im Verein gehalten:
Die Zusammengehörigkeit, die Sängerfeste waren mit ein Grund dem Verein die Treue zu halten. Stunden und Erinnerungen,, die man nicht missen möchte. Der Platz im Chor wurde zugeteilt. Ich kam in den 1. Tenor und wurde zwischen zwei alte Sänger, Valentin Krauter und Konrad Keller, platziert. Zimperlich durfte man nicht sein, den jeder falsche Ton wurde mit einem kräftigen Rippenstoß von rechts oder links quittiert.
Meine schönsten Erinnerungen an meine Vereinszugehörigkeit – ein besonderes Erlebnis:
Es gibt so viele Ereignisse und Erinnerungen im Verlaufe meiner langjährigen Vereinszugehörigkeit, dass dies jeden Rahmen sprengen würde. Theaterspiele gehörten immer schon zum festen Programm des Gesangvereins und haben uns als junge Menschen viel Spaß gemacht. An viele Texte solcher Auftritte kann ich mich heute noch gut erinnern, wie z. B.: „Hinz, Kunz, Kathrin und Stoffel hier, vier Pflaumentoffel das sind wir.Wir kitzeln Euren Gaumen, sind wir nicht süße Pflaumen.“
Die Ausfahrten zu Weinfesten und Sängerwettstreiten gehörte immer wieder zu den Höhepunkten des Vereinsgeschehens. Wobei es weniger auf die Platzierung, als auch die Geselligkeit ankam. Hier gibt es unzählige unvergessene Erlebnisse, die zu schildern jeden Rahmen sprengen würden. Natürlich war ich, wie so viele junge Männer, damals noch Raucher. Das hat meine Stimme allerdings so beeinflusst, dass ich in den 1. Bass wechseln musste. Auch in der Karnevalsabteilung des Vereins, der 1. Griesheimer Carneval Gesellschaft, war ich über Jahre hin gesanglich aktiv (Herzensknicker). Aus dem Doppelquartett des Männerchores sind dann unter Willi Best die“Bestinos“ hervorgegangen, die 1980 gesanglich allerdings völlig umgebaut wurden, im Grunde aber heute noch zur 1. G. C. G. gehören.
Mit der Einstellung der Aktivitäten des Männerchores und der Zusammenfassung zum gemischten Chor konnte ich wieder in die Tenorstimme wechseln. Ich hoffe noch viele Jahre singen zu können, denn mein Lebensmotto ist das unseres Vereins: „In Freud und Leid zum Lied bereit“!
